Montag, 8. Februar 2016

Groß oder Klein, wo passt man rein!

Warum gibt es eigentlich für Männer jetzt auch „Tailliengroßen“ bei Oberhemden? Die Herren haben doch biologisch gesehen gar keine Taille, sondern ne Wampe ;-). Frauen haben eine Taille und daher auch oft anders geschnittene Blusen, zum Beispiel auf Taille. Oder soll bei den Männern somit das Bäuchlein nur positiv ausgedrückt werden. Die Herren dürfen doch mal froh sein, dass ihre Wampe doch oft recht hart ist. Und warum gibt es überhaupt für Männer diverse andere Größen. Also für kleinere Herren mit und ohne Bauch oder für Große Männer mit und ohne Bauch... Frauen, die unter der Durchschnittsgröße sind haben oft das Problem, dass sie keine passende Hose finden, denn selbst kurzgrößen sind oft noch zu lang. Dabei ist doch die durchschnittsgröße von Frauen ca. 1,65 m. Und wenn sie etwas zu viel wiegen, müssen sie einen großen Teil der Hose wegschneiden... naja, daraus kann man dann wohl für die Dürren Damen ne Hotpands machen :-)

Samstag, 8. Juni 2013

Eine Darstellung von Problemen, die auf Senioren zukommen können.

Ein Gastbeitrag:

Da dieses Thema von alternden Menschen meist verdrängt wird, sollte man sich früh genug damit befassen, ohne Panik, am besten sachlich gründlich.
Die Pflegeversicherung gaukelt vor man wäre für den Lebensabend gut abgesichert.
Aber wo bekommt man echte, unabhängige Beratung vor allem umfassend?  Nirgendwo! Jede Institution redet für sich. Man muss sich selbst ein Bild regelrecht zusammensetzen, um das  gesamte System zu erkennen.
Beispiel: Angebot im Barbarahospital, Gladbeck! „Beratung für Senioren und Angehörige“
Die Dozenten: Der zuständige Arzt für Geriatrie, ein Amtsrichter, ein Vertreter der Versicherungswirtschaft! Diese seltsame Ansammlung von Beratern macht nachdenklich und beunruhigt. Wie der Verfasser aus der lokalen Presse erfahren hat, sei diese Veranstaltung in sehr launiger lockerer Atmosphäre verlaufen.
Betroffene Senioren sollten sich auch ohne dabei gewesen zu sein, trotzdem lieber mit dem „Ernst der Sachlage“ auseinander setzen.
Zunächst! Der Amtsrichter, er vertritt das so genannte Familiengericht (ein geschmeidiger Euphemismus) das sich auch mit der Betreuung befasst. Mit dem Betreuungsverfahren wird Fürsorge und Schutz suggeriert (früher Vormundschaft).
Die Wahrheit ist: Der gealterte, auch hilfsbedürftige Mensch sieht sich eventuell einem entwürdigenden Entmündigungsverfahren ausgesetzt. Wobei die Angehörigen oft außen vor bleiben. Dieses Verfahren wird angesetzt, wenn der alte Mensch seine Geschäfte nicht mehr selbständig ausüben kann. Die Aberkennung der Geschäftsfähigkeit wird von einem Arzt (Neurologe, Facharzt Geriatrie) festgestellt und einem Richter des  Familiengerichts übermittelt. Der ordnet dann eine so genannte Betreuung an. Dem Verfasser ist nicht bekannt ob der Richter den Betroffenen selbst begutachtet. Das ist jetzt ein entscheidender Zeitpunkt! Denn nach der allgemeinen Lebenserfahrung übernehmen dann Angehörige die Weiterführung der Geschäfte. In wenigen Fällen kann es vorkommen, dass Angehörige nicht in der Lage sind diese Aufgabe wahrzunehmen, oder als Persönlichkeit nicht geeignet sind oder es einfach nicht wollen. Dann wird ein Berufsbetreuer eingesetzt. Das bedeutet, dass Angehörige von Betreuten durch ihren Verzicht oder Nicht-wollen alle Entscheidungen und Geschäfte abgetreten haben und kaum noch Rechte haben.
Deshalb ist dringend anzuraten eine Vorsorgevollmacht einzurichten, in der man im Falle der Geschäftsunfähigkeit seinen Betreuer selbst bestimmt. In diesen Fall muss (sollte?) der Richter das berücksichtigen. Wer seine Angehörigen nicht der Fremdbestimmung überlassen will, sollte dringend aktiv werden. Dem Verfasser ist ein Fall bekannt, dass die Ehefrau leicht dement wurde und sie plötzlich einen amtlichen Betreuer hatte.
Der Ehemann 74 Jahre vital und geistig fit blieb außen vor, eine Korrektur des Verfahrens wurde mehrfach abgelehnt. Fakt ist: In der BRD gibt es Betreute wie nie zuvor und es werden immer mehr. (Wird mit der Überalterung der Bevölkerung gebetsmühlenartig immer wieder erklärt). Dazu später mehr!
Wer sind Betreuer? Das hört sich nach Fürsorge und Menschlichkeit an, ist aber ein eiskalter Verwaltungsvorgang. Betreuer sind Leute, die aus sozialen, pflegenden, pädagogischen Bereichen kommen, und die sich oft in so genannte Betreuungsvereine zusammenschließen. Dabei wird eine Art Ehrenamtlichkeit angedeutet. In Wirklichkeit hat sich das zu einem interessanten Geschäftsfeld entwickelt. Da werden Honorare in Stundenlöhnen abgerechnet, die der Betreute von seinem Einkommen selbst bezahlen muss (außer er bezieht Sozialhilfe). (Der Verfasser kann einen Fall als Beispiel exakt belegen.) Werden Angehörige demnächst diese Art Betreuung von Mutter, Vater, Oma, Opa als normal empfinden oder vielleicht auch entlastend? Die Politik hat hier den Kulissen ein totalitäres System eingerichtet, das von der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen wird. Wer beschäftigt sich schon mit diesem Thema?
Dieses Seitenthema der Gesellschaft hat vielleicht nicht so ganz beabsichtigt, in einer Diskussion bei S. Maischberger für Aufregung gesorgt, und zwar so heftig, dass das Thema in einer Folgesendung noch einmal aufgegriffen wurde. Dazu wurde die Justizministerin Leutheusser- Schnarrenberger zugeschaltet.
Die Ministerin lächelte souverän diese auftauchende Problematik weg und verwies mit juristischer Spitzfindigkeit auf die positiven Elemente, die die Neuregelung der Betreuung gebracht haben soll. Wichtig wäre vor allem die „Vorsorgevollmacht“. Bei den Betroffenen in der Talkrunde kam trotzdem Ratlosigkeit auf.
Diese so genannten Talkshows sind oft reine Unterhaltungssendungen. Hier war es anders!
Die Moderatorin war an diesen Abend bei aller professionellen Distanz sichtlich beeindruckt von der Brisanz des Themas.
Die eingeladenen Betroffenen (Angehörige von Betreuten) schilderten eindrucksvoll, was  Ihnen widerfahren war.
Ihre Darstellung im Umgang mit Betreuern, Behörden, Feuerwehr auch Polizei! (Der Verfasser kann selbst eine ähnliche Situation belegen) usw. Könnten in einem totalitären Staat passiert sein. Die Vertreter der Betreuerseite hatten sichtlich Probleme ihre Rolle positiv dazustellen. Das gipfelte in der Darstellung „die betreuten Alten“ müssten von ihren Angehörigen geschützt werden. Das mag in einigen Fällen zutreffen. Das ganze System hat aber eher Orwellsche Dimensionen. Ein verkapptes Horrorszenario, das sich unauffällig in der Gesellschaft ausbreitet. Das verleitet auch immer mehr Demenzverdächtige und psychisch Auffällige mit ins Geschäft zu holen. Man weiß aus der Geschichte, dass Ärzte und Gutachter auffällig für Willkür und Fehlbeurteilungen sind.    
Es wäre interessant zu erfahren welchen Status prominente Betroffene haben, wie Walter Jens, Helmut Kohl, Steven Hawking usw. in diesem System hätten?   
Dass der nicht mehr geschäftsfähige Mensch, auch die Angehörigen, Hilfe braucht, ist selbstverständlich.
Aber dieses Prozedere hat totalitäre Züge. Man stellt sich eher ein System vor, wo Angehörige unterstützt, und nicht mit entmündigt werden. Hier wird auch durch die Hintertür die Gesellschaft ethisch manipuliert.
Der entmündigte Mensch wird staatlich verwaltet, ein neues Geschäftsfeld entsteht!
Alle empfinden es auf einmal normal so vorzugehen. Selbst Angehörige werden es auf einmal angenehm empfinden, wenn man sich nicht um die schwierig gewordenen Alten kümmern muss. In der Gesellschaft hat sich der Begriff „Zur-Last-Fallen“ etabliert. Mit diesem Verfahren kann man das Problem lösen. Der freiheitlich demokratische Rechtsstaat sorgt so für seine Bürger und stärkt den sozialen Frieden.
Noch mal zu den Betreuungsvereinen (von Insidern auch Betreuungsmafia genannt)!
Fakt ist: Betreuungsvereine stellen sich karitativ aber auch hoheitlich handelnd dar, steht doch das Gericht hinter ihnen. Sie entziehen sich dadurch der Kritik und machen sich schwer angreifbar. Die Betreuungsmaschinerie arbeitet im Verborgenen unauffällig. Eine Krake, die mit ihren karitativ getarnten Fangarmen einfühlsam die speziellen Einrichtungen abtastet, bevorzugt psychiatrische und geriatrische Krankenhausabteilungen und schafft komplottartige Beziehungen zu teuren Pflegeheimen.
Die Zahl der Pflegeheime ist auffällig gestiegen. Es gibt schon Leerstände!
Es gibt Börsenorientierte Pflegeunternehmungen, die von Managern aus der Wirtschaft geführt werden. Man darf den Namen „Middelhoff“ nennen. Die Kritik an den Betreuungsvereinen wird von ihren Sprechern als Diffamierung gesehen. Einige spektakuläre Einzelfälle wären falsch da gestellt und prägen dadurch ein verzerrtes Bild von ihrer Tätigkeit.
Mit der Inbrunst von Renegaten wird beteuert, wie dankbar die Betreuten für ihre Dienste sind.
Für diese geschäftsmäßige oft mit gekünstelter Empathie ausgeübter Tätigkeit braucht niemand besonders dankbar sein.
Das Thema „ Überalterung der Gesellschaft“. Hier wird ein gewaltiger Popanz aufgeblasen. Man muss sich wundern zu welchen Schlüssen Bevölkerungswissenschaftler, Versicherungsmathematiker, Statistiker, Informatiker, Soziologen und Volkswirtschaftler kommen. Was Wissenschaftler und Politiker in der Finanzwelt anrichten wird uns dauernd vorgeführt. Gigantische Irrtümer, verursacht durch wissenschaftlich gebildete Übermenschen haben ein Chaos angerichtet, für das diejenigen Schuld tragen, die darunter leiden. Alle Experten haben sich an diesem babylonischen Turmbau beteiligt und jeder schwadroniert in seiner abgehobenen verschleierten Sprache, führt Statistiken vor, die wohl niemand überprüft, man weiß: Lügen mit Zahlen! Genau so verhält es sich mit dem demografischen Wandel! Wahrhaftig eine eindrucksvolle Wortschöpfung. Wie auch „demografische Zeitbombe“.
Zunächst! Der Lebensabend ist kein Idyll, war es noch nie, höchstens ein poetischer Begriff.
Heute in einer totalen durch ökonomisierten Welt, hat das Alter eine neue Wertigkeit angenommen.
Die Medien, von der Politik gedrängt, zeigen ein Horrorszenario auf. Kohorten von Alten, die versorgt werden müssen (Rente, Pflege, Verheimung) kommen auf die junge Generation zu.
Tausende hinfälliger, dementer Senioren vor allem aus der so genannten Babyboom-Generation, extrem Langlebige werden demnächst die Gesellschaft belasten
Mit dem alten Versorgungssystem wäre das nicht mehr bezahlbar.
Der gewesene Bundespräsident R. Herzog sprach in einer seiner berühmten „Volksreden“ (wahrscheinlich im Hotel „Adlon“ in Berlin) von der „ Ausplünderung“ der jungen Generation durch die (gierigen) Alten. (Aus seiner Sicht und Lebensumstände ein sehr verständlicher Standpunkt!) Sind doch seines Gleichen in Kurorten, auf Weltreisen und Luxuslinern immer präsent, und prägen das Bild, des mit üppiger Altersversorgung ausgestatteten Rentners. Der „normale“ Rentner, der in der Nachkriegszeit seine Berufstätigkeit begann und die heutige Rentnerin für die, die Hausfrauenrolle, damals kein „Lebensentwurf“ war, sondern zwingend, konnten sich nur Einkommen erarbeiten, die zum Überleben reichten.
Die Frauen versuchten die Familienkasse aufzubessern mit Aushilfstätigkeiten „haushaltsnahe Arbeiten“, auch Fabrikarbeit, fast immer ohne Steuerkarte.
Der Dazuverdienst war nicht für Luxusanschaffungen gedacht, sondern über die Runden zu kommen.
Vielleicht hat schon jemand den Begriff „Schlüsselkinder“ gehört.
Diese Generation von Rentnern, die zwar selten arbeitslos war (bei bescheidenen Einkommen) konnten sich im Regelfall eine so genannte Eckrente erarbeiten und ein kleines Sparvermögen zulegen.
Wer diese Bürger als Schmarotzer bezeichnet, hat die Realität in der Oberpfalz hinter sicheren Fichtenwald, nicht wahrnehmen können.
Zum demographischen Wandel!
Demographische Schwankungen oder schlimmer Verwerfungen gab es immer. Die letzten größeren Verwerfungen waren das Ende des 2. Weltkrieges.
Millionen junger Männer fehlten in der Volkswirtschaft, dann das Ende der Babyboomerei. Durch die Möglichkeit der perfekten Empfängnis-Verhütung ca. 1960-65 wurde die Kinderzahl etwa halbiert. Das hatte für die Volkswirtschaft auch Familien gewaltige Einsparpotentiale. Eine absurde Rechnung. Ist aber genau so absurd wie den Zugewinn an Lebensjahren als demografische Katastrophe (abgemildert Wandel) zu dramatisieren.
Das Ganze zielt darauf hinaus die staatliche Garantie der Grundversorgung im Alter mit Mittel einer perfiden, totalitären, demokratisch getarnten Propaganda abzusenken.
Mit den finanziellen Mitteln, die man in die staatlich geförderten unsicheren privaten Rentensysteme schiebt, hätte man die zu Unrecht diffamierte, Umlage finanzierte Rente stabilisieren können.
Wer sollte (könnte) denn die Rente garantieren? DAX Unternehmen? 100x mehr Versicherungen, die in die Pleite gehen können, fusionieren, oder einfach verschwinden?
Die Bankenkrise liefert ein lehrreiches Beispiel
Man sollte annehmen, dass der freiheitlich demokratische Staat, in der Lage ist seinen Bürgern eine bescheidene Grundsicherung im Alter zu garantieren.
Da taucht aus dem Nebel der Ankündigungen plötzlich der geheimnisvolle Begriff  des „Paradigmenwechsels“ auf. Jetzt muss wohl jeder wissen, was diese Weichenstellung zu bedeuten hat.
In Deutschland wagt man es nicht auszusprechen, war das so was wie eine Verschwörung? Von einem Club der Erleuchteten, die mit Hilfe von Rechenkünstlern auf geheimnisvolle Weise, wie in der Antike jetzt natürlich nicht über eine Erdspalte hockend, sondern vor einen voll gefressenen Computer brütend, in die kapital gedeckte Zukunft sehen!

Montag, 13. August 2012

Schattierungen von beige

Die Welt der Mode ist eine Welt, die interessante Schöpfungen bereithält.
Männer sind immer wieder fasziniert, was Frauen alles in ihrer Handtasche unterbringen können, neben gewöhnlichen Dingen wie Tempotaschentüchern und Deo gibt es häufig noch einen Schirm, Schminke, Getränke und Ersatzstrumpfhosen. Frauen sind halt immer auf alles vorbereitet.
Seit einigen Jahren scheinen mir auch Männer jenseits der 60 vorbereitet zu sein. Das fürchterlichste Accessoire für Männer, die Männerhandtasche scheint einen noch schrecklicheren Nachfolger in Form eines Kleidungsstücks gefunden zu haben. Sie tritt vorzugsweise in der Farbe beige auf, mir war bisher nicht klar, wie viele Schattierungen von beige es gibt. Aber dank der Rentnerweste weiß ich, dass beige nicht gleich beige ist. In der Sommerzeit kommt sie aus dem Kleiderschrank, die Rentnerweste. Vorzugsweise über ein kurzärmliges, kariertes Oberhemd getragen. Was ist eigentlich drin in dieser Weste? So viele Taschen bieten so viele Möglichkeiten oder werden die Möglichkeiten etwa gar nicht ausgeschöpft. Was braucht denn der Rentner von Welt?

Mittwoch, 8. August 2012

Weniger ist manchmal mehr

Was für Menschen gilt, gilt auch für Unternehmen und Geschäfte: Sie brauchen einen Namen. Über Namen von Friseurgeschäften ist schon einiges geschrieben worden. Wie verhält es sich aber eigentlich mit dieser „…und mehr“-Kette. Wie einfallslos sind Geschäftsführende, wenn sie ihren Laden „…und mehr“ nennen? „Pflanzen und mehr“, „Buch und mehr“, „Brief und mehr“ oder auch „Wein und mehr“ die Liste ließe sich unendlich fortfahren. Was soll denn „…und mehr“ heißen. Heißt es, dass ich dort, wo ich Bücher finde auch Unterwäsche verkauft wird, also bei Kaufhof ist das so. Heißt es, dass ich dort, wo ich Pflanzen kaufen kann, auch Milch kaufen kann, also bei Aldi ist das so.  Wo die Kreativität bei der Namensfindung ungeahnte Formen annimmt, wie im Friseurhandwerk, reicht die Kreativität bei manchen Geschäftsinhabern nicht mal zu einem richtigen Namen. Ok, bei einem Namen wie „Wein und mehr“ denke ich schon, dass es dort nicht nur Wein gibt, sondern auch passendes Zubehör, sprich Gläser, Kellnermesser vielleicht das ein oder andere kulinarische Leckerli. Ich verstehe die Not, und mit der Formulierung „…und mehr“ verdeutlicht man dem Kunden, dass eben nicht nur Wein oder Bücher angeboten wird. Aber davon würde ich sowieso ausgehen. Ich wünsche mir entweder mehr Kreativität oder wenigstens mehr Persönlichkeit. Warum nicht einfach der Name des Besitzers, sofern er sich eignet. Obwohl: Das Haarhaus „Schleimer“ gibt es in Münster schon lange!

Montag, 6. August 2012

Wer kann, der kann

Das Essen ist verzehrt, die Gläser sind geleert. Und was nun? Der Gast möchte bezahlen. Die Rechnung kann auf unterschiedlichste Weise bestellt werden. Eine meiner „liebsten“ Formulierungen ist: „Kann ich bezahlen?“
Nun gibt es im Deutschen zweierlei Bedeutungen von „können“. Zum einen beschreibt man damit die Möglichkeit und zum anderen die Fähigkeit. Also: „Ich kann kochen, weil ich es gelernt habe“ (Fähigkeit), oder „Ich kann kochen, weil ich eine schöne neue Küche habe“ (Möglichkeit).
Warum fragen Gäste also, ob sie zahlen „können“? Denn jedes Lokal bietet selbstverständlich die Möglichkeit zu zahlen, sonst wäre es ja irgendwann insolvent, denn es gibt da diesen notwendigen Zusammenhang zwischen der Inanspruchnahme einer Dienstleistung und der Vergütung dafür.
Warum also „Kann ich bezahlen?“ Sollte es sich also um die Fähigkeit drehen, dann sollte der Gast auf jeden Fall zahlen können, denn Essen zu gehen, mit dem Vorwand, dafür nicht bezahlen zu können, ist sogar strafbar. (Falls ich merke, dass ich mein Portemonnaie vergessen habe, dann natürlich nicht, ob es sich um Vorsatz handelt, müssen dann andere klären.) Wenn es sich um die Fähigkeit handeln sollte, warum dann die merkwürdige Fragestellung?
Oder wird etwa die Fähigkeit des Kellners in Frage gestellt? Heute muss der Keller häufig nicht mal mehr rechnen, der Orderman und andere Kassensysteme machen es möglich. Also die Rechenfähigkeit ist nicht eingeschränkt. Gerichte haben zudem entschieden, dass es zumutbar ist 30 Minuten auf die Rechnung zu warten, dann erst darf man einfach so gehen, also falls der Service sehr beschäftigt ist, heißt es warten.

Fortsetzung folgt…

Donnerstag, 2. August 2012

Unwort des Monats

Früher nach einem langen Arbeitstag hat man sich aufs Sofa gesetzt, den Fernseher angemacht und sich entspannt. Später hat man sich nach einem langen Arbeitstag auf sein  Sofa gesetzt und relaxt. Irgendwie war da klar, dass man einfach nichts macht. Deutlicher wurde diese Tatsache mit der Formulierung „abhängen“. Nein, das heißt nicht, dass die Wäsche trocken ist, sondern schlichtweg, dass man nichts (Besonderes) macht. Schon seit längerer Zeit wurde, entspannen, relaxen und abhängen von dem hübschen englischen „chillen“ abgelöst. Wie „relaxen“ hat „chillen“ seinen Ursprung im Englischen und heißt eben so viel. Wie so oft ist „chillen“ der Jugendsprache entsprungen. Trotz der Tatsache, dass mir klar ist, dass „chillen“ entspannen heißt und bedeutet, dass man nicht besonders produktiv ist, klingt es für mich doch irgendwie nach mehr. Denn während „nichts tun“ in aller Deutlichkeit die Unproduktivität illustriert, hat man bei „chillen“ noch den Eindruck von irgendeiner Tätigkeit. Einzig bei dem Neologismus „chillaxen“ verspürt man den Hauch vom süßen Nichtstun.

Freitag, 27. Juli 2012

Alles frisch oder was?

Wenn es Sommer und wenn es heiß wird, dann spielt eine Sache eine wichtige Rolle: Die Frische. Die Frische scheint nicht selbstverständlich, denn anstatt alte Brötchen vom Vortag, gibt es doch tatsächlich täglich frisches Backwerk beim Bäcker, schier unglaublich. Kürzlich habe ich in einem amerikanischen Kaffeehaus mal frischen Kaffee bekommen und nicht die abgestandene Brühe vom Vormittag.  Dass der Frischhändler frischen Fisch verkauft, sollte man auch riechen können (oder vielmehr nicht), denn der Fisch beginnt ja bekanntlich am Kopf an zu stinken. Allerdings frage ich mich dann, warum es „neuer“ Matjes heißt, denn Matjes kann das ganze Jahr produziert werden. Frische ist natürlich wichtig, aber die erwarte ich auch bei bestimmten Dingen, gerade Lebensmitteln. Die meisten Supermärkte wollen ihre Frische deutlich machen, indem sie die Obst und Gemüse-Abteilung in den Eingangsbereich platzieren. Duftendes Obst und glänzendes Gemüse sollen zum Kauf anregen und Frische assoziieren. 

Doch Frische bezieht sich nicht nur auf Lebensmittel, der Mensch sollte auch frisch sein, daher gibt es Deodorants. Und heutzutage gibt es sogar Deos, die scheinbar ewig „frisch halten“, durch diesen Blogbeitrag wurde ich zum ersten Mal darauf aufmerksam: http://zeitvertreiber.blogspot.de/2011/05/fur-hygienemuffel.html.

Doch nicht nur oben herum soll Frische herrschen, sondern auch unten herum, also an den Füßen, daher gibt es Frischesohlen. Diese lustigen Einlagen, die man kauft, weil man am Schuhwerk gespart und auf das gute Leder verzichtet hat. 

In Zeiten der Eurokrise liest man immer wieder von „frischem“ Geld. Banken sollen sich frisches Geld holen, die wirtschaftsschwachen Euroländer brauchen frisches Geld. Anders riechen wird es wohl nicht, denn pecunia non olet. Wie wird es denn dann frische verbreiten? In Zeiten der Rezession hätte, frisches oder gar neues Geld gar nichts gebracht, mehr Scheine heißt ja leider nicht auch automatisch mehr Reichtum, in Italien oder Jugoslawien war man früher recht schnell Millionär, nur was das leider nichts wert, was heißt also „frisches Geld“?

Dank an T.S. für den Frischetipp.

Donnerstag, 5. Juli 2012

Keine halben Sachen

Es wird immer bedauerlicher, dass Lektoren zwar dringend gebraucht, leider aber nicht bezahlt werden wollen.
Der Prospekt eines Supermarkts verspricht jedenfalls ganze oder doch etwa halbe Melonen (Der Name der Melonensorte wäre im übrigen ebenfalls eine Diskussion wert):



Offenbar reiht sich "ganze halbe" nun in die Formulierungsliste zwischen  „meistens immer“ und „mit ohne“ ein.

Freitag, 4. Mai 2012

Über den Tellerrand

Die Gastronomie hält so manches lustige Equipment bereit. So gibt es zum Beispiel Teller in Form von Fischen. Klar, es ist verständlich, dass es spezielle Teller für, vor allem ganze, Fische geben sollte, schließlich haben die meisten Fische eine ovale, längliche Form. Außerdem wäre es mitunter ein Unding, diese Fische einfach auseinander zu schneiden, damit sie auf den runden Teller passen. (Dazu eine kleine Randbemerkung: Ich frage mich auch schon immer, wann endlich die Bäcker und Metzger ihr Brot und ihre Wurst normen, damit schließlich die Wurst richtig auf das Brot passt, dazu fällt mir auch noch dieser Sketch von Mr. Bean ein: 


Nun gibt es aus mir unverständlichen Gründen Fischteller, die nicht nur oval sind, sondern sogar einen Fisch abbilden. Das wirkt doch ein wenig wie Teller für Kinder mit Motiv. Damit die Kinder brav aufessen, werden am Boden ihre Helden sichtbar. Warum gibt es denn dann keine Teller in Kuhform? Sicher, man isst kein ganzes Rind, aber ein ganzes Hähnchen/Taube isst man, aber Teller in Hühner- oder Taubenform habe ich noch nicht gesehen. Ein Gemüseteller zeichnet sich auch dadurch aus, dass AUF ihm Gemüse liegt, nicht, dass er wie Gemüse aussieht. 
Wenn ich in einem Kaufhaus einen Fischteller suche, muss ich dann in die Haushaltswarenabteilung oder in das Restaurant?

Donnerstag, 3. Mai 2012

Über-Schulden

Es sind mal wieder Wahlen und zwar Landtagswahlen in NRW.  Während die einen mit ihrem Namen kokettieren, die anderen auf den Studiengebührenverzicht stolz sind, interessiert sich eine inzwischen kleine Randgruppenunternehmerpartei hauptsächlich für den Schuldenabbau.
Das lässt mich über das Thema Schulden nachdenken. Nun kenne ich mich (leider) im politischen Geschehen nicht so weit aus, um sagen zu können, ob Schulden eines Bundeslandes nun wirklich so schlimm sind, wie von der Partei der Mittdreißiger-Jungspunde dargestellt, denn Schulden an sich hat ja wahrscheinlich jeder Bundesbürger. Jeder, der ein Handy mit Vertag kauft, bezahlt es jeden Monat ab und hat somit wohl irgendwie „Schulden“, denn vertraglich hat er zugesichert, einen bestimmten Betrag monatlich zu zahlen. Kaum ein Haus- oder Wohnungsbesitzer legt einfach so 200.00 EUR auf den Tisch. Zwar darf sich ein Hausbesitzer „Eigentümer“ nennen, allerdings ist er es tatsächlich womöglich erst nach 20 (!) Jahren. Ein städtisches Schwimmbad wird auch nicht einfach so aus dem Topf der städtischen Mittel bezahlt, sondern auch finanziert (Warum auch nicht?) Worin liegt nun eigentlich der Unterschied? Bei Spielschulden spricht man sogar von "Ehrenschulden", also sind Schulden nun gut oder schlecht oder gar nichts davon?

Samstag, 21. April 2012

Willi, das Brot

Dass Friseurläden immer absurdere Namen tragen (Haarem, Haarlekin, Mata Haari, Haarley) dürfte langsam bekannt sein. Lustig und kreativ ist das zwar oft, aber ob das sein muss, halte ich für fraglich, nunja, jedes Ding braucht seinen Namen.
Apropos Namen: Mein Bäcker um die Ecke hat ein Brot im Angebot, das "Willi" heißt. Zu der Namensfindung habe ich keine Informationen, allerdings finde ich es komisch, an der Theke diese Brot zu bestellen, denn wie heißt es eigentlich:

"Ich hätte gerne einen Willi".      ODER      "Ich hätte gerne ein Willi." (also ein Willi-Brot)



Ein anderer Bäcker verkauft Brötchen, die "Kernige Jungs" heißen. Damit habe ich schon zwei Probleme, denn grammtisch korrekt, müsste es "Kernige Jungen" (Plural von "der Junge" ist nunmal "die Jungen")heißen, ich lasse es hier aber mal als lustiger Name durchgehen. Der Plural ist allerdings das größere Problem für mich, denn ich kaufe auch gerne mal nur ein Brötchen, bzw. ein Brötchen von der einen und ein Anderes von der anderen Sorte. 

Wie bestelle ich also nur EIN Brötchen der oben genannten Sorte:

"Ich hätte gerne ein Kernige Jungs." ODER doch "Ich hätte gerne einen Kernigen Jungen." 

Wobei das eine grammatisch irgendwie falsch klingt, hört sich das Andere irgendwie nach einer Wunschvorstellung an.

Dienstag, 6. März 2012

Nicht, dass der schmale Klaus noch platzt

Manche Irrtümer bekommt man aus den Köpfen der Menschen wahrscheinlich nie raus. Gelegentlich sind es nur Banalitäten und manchmal machen sie einen entscheidenden Unterschied. Ein bekanntes Beispiel ist der Unterschied zwischen Platzangst und Klaustrophobie. Bisweilen platze ich fast, wenn ich wieder höre, dass jemand in einem Aufzug Platzangst bekommt. Wer unter Platzangst leidet, hat natürlich keine Angst davor zu platzen (obwohl es das bestimmt auch gibt), sondern Psychologen nennen die Angst vor großen Plätzen „Platzangst“ oder Agoraphobie, darin enthalten das griechische Wort agora für „Platz“ und phobie für „Angst“. Interessanterweise ist es aber so, dass in der Umgangssprache die meisten Leute von „Platzangst“ sprechen, wenn sie sich in Räumen, Aufzügen oder in einer dichten Menschenmasse befinden. Dies wird jedoch von Psychologen als Raumangst bezeichnet, also die Angst in engen Räumen oder lateinisch/griechisch Klaustrophobie.

Wie kommt es, dass die Klaustrophobie so ein sprachliches Schattendasein führt? Liegt es an Klaus? Liegt es an dem Fremdwort an sich? Liegt es daran, dass der moderne Mensch egoistisch und egozentrisch denkt und somit Platz auf seinen eigenen persönlichen Bewegungsraum bezieht? Erstaunlicherweise kennt kaum jemand den Begriff „Raumangst“, obwohl fast jeder das Gefühl kennt in einer Menschenmasse unterzugehen. Liegt es daran, dass man den Begriff „Raum“ eher mit Weite verbindet? Oder warum gibt es Raumteiler, wenn nicht aus dem Grund, dass man unter Raum etwas Größeres versteht. Man spricht ja auch von „weiträumig“, „Freiraum“ oder „Weltraum“. Fragen, die leider ungeklärt bleiben müssen. Dennoch: Fassen wir nochmal zusammen:

Platzangst (Agoraphobie) = Angst vor öffentlichen Plätzen
Raumangst (Klaustrophobie) = Angst vor engen Räumen

Montag, 5. März 2012

Pünktlichkeit ist eine Zier oder Warten auf Godot

Dieser Tage darf ich mal wieder warten. Warten auf Menschen, die mich warten lassen, weil ihre Zeit offenbar wichtiger ist als meine.
War früher Pünktlichkeit ein Zeichen von Höflichkeit, so scheint es heutzutage nicht mehr so zu sein, denn es gibt eigentlich kaum noch jemanden, der wirklich pünktlich ist. In Zeiten von Unverbindlichkeiten kann man fast gar nicht zu spät kommen, denn die modernen Kommunikationsmöglichkeiten geben den Menschen die Gelegenheit, Termine kurzfristig zu verschieben oder gar ganz abzusagen. Daher umso trauriger, wenn Menschen diese Chance nicht nutzen.
Jeder, der noch extrem überpünktlich ist, hat das Nachsehen, denn er muss die Zeit warten, die er zu früh ist (klar: eigene Schuld) und die Zeit, die der andere zu spät kommt (Fremdverschulden), das können dann mal gut und gerne 20 Minuten sein, die der überpünktliche Mensch verschwendet hat.
Woran liegt es eigentlich, dass Menschen zu spät kommen? Gewöhnlich macht man einen Termin zu einer Uhrzeit aus, die sich jeder gut merken kann, die volle oder halbe Stunde dienen als einfache Zeitpunkte. Interessanterweise trifft sich niemand um 17.47Uhr oder um 19.23Uhr, wobei diese Zeitangabe so genau ist, wie 18.00Uhr oder 19.30h. Die Abfahrtzeiten von Zügen sind ebenfalls minutengenau angegeben. Es bleibt dahingestellt, ob der Zug nun pünktlich ist oder nicht allein die Tatsache der Zeitangabe ist hier bemerkenswert und in diesem Fall erwartet der Fahrgast, dass der Zug genau um diese Zeit abfährt. Warum kann man nicht erwarten, dass sich Freunde, Bekannte oder auch Fremde pünktlich einfinden? Klar, gibt es immer Gründe, warum man zu spät kommt, aber wenn jemand dauernd zu spät kommt, scheint doch mit seinem Zeitmanagement etwas nicht zu stimmen. Ist es nicht auch manchmal respektlos jemanden warten zu lassen, da offenbar die eigene Zeit als wichtiger eingestuft wird als die Zeit des Anderen? Vielleicht bin ich jetzt ein wenig streng oder ich verstehe einfach nicht, dass 19.30Uhr nicht 19.30Uhr heißt, sondern ein Zeitfenster von 15 Minuten enthält, wie das akademische Viertel an der Universität. Wobei diese Zeitangabe sinnvoll ist.

Mittwoch, 29. Februar 2012

Keine Krankheit ohne Feier

Schon lange wundere ich mich über die Formulierung „krank feiern“. Was wird da eigentlich genau gefeiert? Dass man den Chef ausgetrickst hat, weil man eigentlich doch nicht richtig krank ist? Dass man nun endlich richtig feiern kann, da man frei hat? Und was feiert man dann eigentlich? Oder liegt es am Feierabend, den man dann auf den ganzen Tag ausdehnen kann? Apropos „Feierabend“, da findet sich die Feier ja schon wieder. Offensichtlich wird gefeiert, wenn nicht gearbeitet wird, denn Überstunden werden auch abgefeiert.



Der Duden verbindet ebenfalls mit „feiern“ durchweg hedonistisch konnotierte Synonyme.

Die Jugendsprache kennt seit geraumer Zeit ebenfalls den Ausdruck „feiern“. Gemeint ist damit allerdings nicht, dass man einen Geburtstag, einen Abschluss oder ein anderes wichtiges Ereignis zelebriert, sondern lediglich, dass man sich dem Hedonismus hingibt, sprich „feiern gehen“ heißt im Grunde nur „ausgehen“ und „Party machen“, wie auch immer das genau aussieht.

Freitag, 24. Februar 2012

Un Italiano in Germania non può scrivere l'italiano

Dass Speisekarten einen wunderbaren Fundus an Rechtschreibfehlern liefern, dürfte hinlänglich bekannt sein. Was ich allerdings heute erleben durfte, grenzt schon fast an Körperverletzung:

Rote Markierungen von mir :-)

Wie ich inzwischen weiß, gibt es in Italien eine Unmenge an Dialekten. Aber u.a. laut Wikipedia Italien gibt es das Wort "Capuccino" nicht. Ich finde es auch äußerst penetrant, wie DAS italienische Kaffeegetränk falsch geschrieben wird. 

Des Weiteren ist das Wort "coco" auch nicht italienischen Ursprungs, allerdings gibt es dort das Wort "cocco" für Kokosnuss. Wenn man sich jedoch den "Capuccino Noisette" anschaut, fällt auf, dass "noisette" eindeutig französischen Ursprungs ist und ein bisschen Recherche zeigt: "coco" auch. Somit kann man die Bezeichnungen für die Geschmacksrichtungen wenigstens noch retten, indem man sich auf die französische Begrifflichkeit stützt.

Dass der "Latte Macchiatto mit Geschmack" ist, ist traurig für den (orthografisch richtig geschriebenen) "Latte Macchiato".

Interessant auch, dass der echte klassische Cappuccino mit dem Zusatz "italiano" verkauft wird, wobei doch eigentlich der Cappuccino mit Sahne (im übrigen gehört Sahne sowieso auf den Kuchen und nicht in den Kaffee) ein Adjektiv wie "tedesco" haben müsste.
Das Foto oben zeigt übrigens nur eine geringe Auswahl an Kaffeeerzeugnissen, ansonsten gab es noch jede Menge Eissorten, die ich mir nicht mehr angesehen habe.

Noch eine nicht ganz unwichtige Anmerkung: 
Dem Namen nach scheint der Inhaber des Eiscafés ein Italiener zu sein.

PS: Falls der Titel des Posts falsch geschrieben ist: ich lerne noch. Korrekturen bitte posten, Danke.

Donnerstag, 23. Februar 2012

Wo ist heute „aus der Welt“?


Wenn man früher in den Urlaub gefahren (oder vielleicht sogar schon geflogen) ist, dann war man einfach weg. Unerreichbar. Quasi „aus der Welt“. Bei der Ankunft hat man von einem örtlichen Münzsprecher oder vielleicht aus der Hotellobby die Lieben daheim angerufen, um mitzuteilen, dass man gut angekommen ist. Möglicherweise hat man zwischendurch nochmal angerufen, um den Daheimgebliebenen zu erzählen, dass 30°C verdammt heiß sein können und dass das unendlich blaue Meer leider auch keine Abkühlung bringt.  Der Neid, der Menschen zu Hause, war einem sicher.
Internet und soziale Netzwerke steigern diesen Neid nun. Denn man erfährt nicht mehr durch einen Anruf, dass ein guter Freund oder ein Verwandter sich gerade auf den Kanaren die Sonne auf den Bauch scheinen lässt, sondern man sieht das Foto desselben. Sofort und direkt. Dass man den Beziehungsstatus heute auch nur noch per sozialer Netzwerke erfährt, gehört ja schon fast zum guten Ton, da sind Urlaubsfotos ja schon fast langweilig. Heutzutage ist man im Urlaub nicht mehr „aus der Welt“, sondern irgendwie vielmehr mittendrin. Als Daheimgebliebener sieht man zwar die Bilder aus einer anderen Welt, dennoch hat man das Gefühl, dass der andere weiter nebenan ist. Ob das nun gut oder schlecht ist, will ich hier nicht beantworten.

Dienstag, 14. Februar 2012

Hallo! Fräulein! Entschuldigung!


Immer wieder fällt mir auf, dass es der deutschen Sprache an einer Benennung für eine Person mangelt, deren Namen man nicht kennt. War es in früheren Zeiten durchaus üblich, einen Mann mit „mein Herr“ („Kann ich etwas für sie tun, mein Herr?“)  und eine Frau mit „meine Dame“ anzusprechen, so wirkt diese Anrede heute obsolet.
In Zeiten, in denen die Jugend sich gegenseitig mit „Alter“ (oder „Alder“) anspricht, scheint, das Alter als Bezeichnung zwar nicht besonders stigmatisierend, angebracht ist es deshalb dennoch nicht. Es ist nicht angemessen, den wirklich älteren Mann mit dieser Anrede anzusprechen. Vielmehr ist eine unbeholfene Formulierung wie „junger Mann“ („Junger Mann! Was kann ich für sie tun?“) durchaus üblich, obwohl der Mann schon lange nicht mehr jung ist. So mancher „junge Mann“ mag sich da auch veräppelt vorkommen, da er doch weiß, dass er (leider) nicht mehr jung ist. Bei Frauen jedweden Alters ist die Angelegenheit ähnlich gelagert.
Besonderes in der Gastronomie sieht sich der Gast oft einem Problem ausgeliefert, wie den Kellner oder die Kellnerin ansprechen? Insbesondere in Bistros, in denen keine ausgebildeten Kellner, sondern Schüler, Studenten und andere ungelernte Kräfte ihren Dienst tun, ist eine Anrede mit „Herr Ober“ oder “Frau Kellnerin“ eher unangebracht. Aber wie nun die Servicekraft ansprechen? „Hallo“? „Entschuldigung“? oder „Fräulein“? (Letztgenanntes kann man heutzutage mit einem klaren „Nein“ beantworten.) Oft machen Gäste auch mit Winken auf sich aufmerksam.
Dieses Problem findet sich jedoch in vielen andern Sprachen nicht. Im Italienischen spricht man eine Frau, deren Namen man nicht kennt einfach mit „Signora“ (mask. „Signore“)  an, in England sagt man: „Madam“ oder „Ma’am“ (mask. „sir“), Die Franzosen sagen: „Madame“ (mask. „Monsieur“).

Gerne erinnere ich mich an eine Szene an der Käsetheke eines Südtiroler Supermarkts. Die Muttersprache der Bedienung war eindeutig italienisch, denn sie fragte: „Noch was, Frau?“

Sonntag, 18. Dezember 2011

Ich würde sagen „German angst“ ist meistens immer ein Begriff

Der Begriff „German Angst“ soll die deutsche Zögerlichkeit beschreiben, dieser Tage im Weihnachtsgeschäft allerdings kaum spürbar. Der Online-Handel scheint zu boomen, der Offline-Handel jedoch auch, jedenfalls nach der Tütenquantität zu urteilen. Also von Zögerlichkeit kaum was zu spüren. Finanzkrise? – Nie gehört!

Die deutsche Zögerlichkeit zeigt sich eher sprachlich. Eine meiner am meisten gehasst und geliebten Formulierungen lautet: „Ich würde sagen.“ Und dann sagt er oder sie es doch! Kleines Bespiel: „Ich würde sagen, ich bin ein fantastischer Mensch“ klingt natürlich nicht ganz so klar wie „Ich bin ein fantastischer Mensch“. Wer so was von sich behauptet muss schon ein gewaltiges Ego haben. (Gerne werden dann auch Freunde mit eingebunden: „Freunde sagen, dass ich ein fantastischer Mensch bin“.) Es besteht somit ein Unterschied zwischen beiden Formulierungen, wobei der Inhalt derselbe bleibt. Während die erste Aussage noch etwas schwammig ist, ist die zweite eindeutig.

Schon länger fällt mir jedoch folgende Formulierung auf: „meistens immer“. Offenbar ein neuer Ausdruck deutscher Zögerlichkeit, wie ist es denn nun „meistens“ oder „immer“. Beispiel: „Ich backe meistens immer.“ Hä? – Nunja, ob nun meistens oder immer scheint hier nicht so problematisch zu sein, wie sieht es denn mit: „Ich atme meistens immer“ aus? Das könnte doch einen traurigen Unterschied machen: „Ich atme immer.“ ist doch irgendwie sicherer als: „Ich atme meistens.“

Dienstag, 29. November 2011

Parli italiano? oder Fremdsprache - fremde Sprache

Immer wieder erlebt man Gäste, die „zwei Espressi“ bestellen. Ja! Ich weiß, dass der maskulin Plural im Italienischen mit „i“ gebildet wird. Also aus „Espresso“ wird „Espressi“. Allerdings befinden wir uns in Deutschland und da ist der Plural von Espresso „Espresso“, zwar kann man auch „Espressi“ oder Espressos sagen, dann ist allerdings die Bohne gemeint und nicht das Erzeugnis, das in der kleinen Tasse landet. Wenn man schon zwei Espressibestellt, wäre es dann nicht auch schön, wenn man „due Espressi“ sagt?
Denn sobald eine Mengenangabe im Deutschen hinzukommt, also: "Zwei Espresso bitte!" heißt es eben Espresso.

Immer wieder schön ist auch, wenn mal wieder ein „Expresso“ bestellt wird. Klar, der Gedanke liegt nahe, ein Kaffee, der quasi per Express kommt, also ganz schnell. Des Weiteren würde wahrscheinlich niemand zwei Latte macchiati oder zwei Pizze (der Plural von femininen Substantiven, die auf „-a“ enden, wird zu „–e“) bestellen.

Gewöhnlich sind es aber auch die Leute, die „Zutschini“, „Gnotschi“ und „Tschianti“ kaufen. Woher soll man auch wissen, dass es [ʦʊ’kiːni] (tzuckini), [’njɔki] (Njocki) und [’ki’anti] (Kianti) heißt.

Wenn man es genau nimmt, bezeichnen wir die uns bekannte grüne oder gelbe Kürbisfrucht „Zucchini“ auch falsch, wenn wir eine oder auch mehrere kaufen, denn der Singular lautet „Zucchina“ (Femininum) ganz selten auch „Zucchino“ (Maskulinum), da allerdings in Italien die feminine Form, die Gebräuchliche ist, wäre der Plural von „Zucchina“ auch „Zucchine“ (s.o.).


NACHTRAG:
Es geht noch schlimmer: Kürzlich haben Gäste "zwei Expressi" bestellt.

Samstag, 26. November 2011

To go or not to go

Heutzutage macht man ja so einiges auf der Straße während man so durch die Gegend spaziert, man telefoniert im Gehen, man isst im Gehen, man hört Musik im Gehen und man lässt sich Kaffee in einen Pappbecher füllen, um das mit einem Plastikdeckel verschlossene Heißgetränk wie aus einer Schnabeltasse im Gehen zu trinken. Um nun sein Röstbohnenerzeugnis, wahlweise auch Kakao oder seltener ein aus Pflanzenteilen bestehendes Aufgussgetränk, in diesem hübschen Behältnis zu erhalten, soll man mit dem Zusatz „to go“ bestellen. Wie der Zusatz schon sagt, muss man es im Gehen trinken. Klar, so ist es natürlich nicht gemeint, daher bestelle ich vorzugsweise „zum Mitnehmen“. Bisher habe sind mir lediglich Formulierungen wie „Coffee to go“ oder „Kaffee to go“ aufgefallen. Jetzt mag man sich sicherlich über diese Anglizismen aufregen, bringt aber sowieso nichts, nur Kopfschmerzen!

Lustig fand ich allerdings kürzlich dieses Café (es mag kein Einzelfall sein), denn hier scheint es nicht nur den Kaffee zum Mitnehmen zu geben, sondern gleich die ganze Lokalität. In Deutschland bezeichnet man mit „Café“ gewöhnlich ein Kaffeehaus.

Das aus dem Französischen stammende Wort benennt zwar auch den Kaffee, ist aber in Deutschland ungebräuchlich, höchstens in der Formulierung „Café au lait“, allerdings kann man dann auch gerne einen Milchkaffee bestellen.

Während der Öffnungszeiten steht übrigens draußen eine Tafel mit folgender Aufschrift: „Coffee to go“.