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Donnerstag, 2. August 2012

Unwort des Monats

Früher nach einem langen Arbeitstag hat man sich aufs Sofa gesetzt, den Fernseher angemacht und sich entspannt. Später hat man sich nach einem langen Arbeitstag auf sein  Sofa gesetzt und relaxt. Irgendwie war da klar, dass man einfach nichts macht. Deutlicher wurde diese Tatsache mit der Formulierung „abhängen“. Nein, das heißt nicht, dass die Wäsche trocken ist, sondern schlichtweg, dass man nichts (Besonderes) macht. Schon seit längerer Zeit wurde, entspannen, relaxen und abhängen von dem hübschen englischen „chillen“ abgelöst. Wie „relaxen“ hat „chillen“ seinen Ursprung im Englischen und heißt eben so viel. Wie so oft ist „chillen“ der Jugendsprache entsprungen. Trotz der Tatsache, dass mir klar ist, dass „chillen“ entspannen heißt und bedeutet, dass man nicht besonders produktiv ist, klingt es für mich doch irgendwie nach mehr. Denn während „nichts tun“ in aller Deutlichkeit die Unproduktivität illustriert, hat man bei „chillen“ noch den Eindruck von irgendeiner Tätigkeit. Einzig bei dem Neologismus „chillaxen“ verspürt man den Hauch vom süßen Nichtstun.

Dienstag, 14. Juni 2011

Unwort der letzten Monate

Seit geraumer Zeit erfreut sich ein Fremdwort großer Beliebtheit. Es geistert durch alle Medien, ob Radio, Fernsehen, Internet oder Zeitung. Ich kann leider nicht definitiv sagen, woran es liegt, aber es liegt definitiv nicht daran, dass es ein neues Wort ist. Gut, das Alter eines Wortes lässt sich schwer erforschen, aber es ist definitiv schon älter. Vielleicht liegt es an der Definition. Allerdings stelle ich definitiv fest, dass „definitiv“ definitiv oft benutzt wird. Egal ist dabei auch die schulische Bildung, ob Hauptschüler, Professor, Gastwirt, Lehrer, Sekretärin, Hartz-IV-Empfänger, jeder hat definitiv was zu sagen. Vielleicht liegt es auch daran, dass das Wort definitiv ultimativ einsetzbar ist, dabei gibt es da doch so schöne Synonyme. Man möge einfach nur mal hier schauen.

Und hier noch etwas aus der Rubrik „Unnützes Wissen“, denn für das Substantiv „Synonym“ gibt es kein Synonym, man kann es lediglich mit einem Adjektiv umschreiben, wie „bedeutungsgleich“.

Donnerstag, 4. Februar 2010

Mein Unwort des Monats

Jürgen Körner wird heute in einer örtlichen Tageszeitung mit den Worten: „Das ist notwendig, weil der Geldbedarf da ist“, zitiert. Wer Jürgen Körner ist? Er ist der Sprecher der BKK für Heilberufe. Menschen in Heilberufen neigen nun mal zu erhöhter Krankheitsanfälligkeit, das hat einfach mit ihrem Arbeitsgegenstand (Alte, Kranke...) zu tun, klar! Für dieses Risiko werden sie ja auch entlohnt, allerdings nicht alle entschädigt. War ja auch ihre eigene Entscheidung, sich in „Lebensgefahr“ zu begeben. Der Zusatzbeitrag ist also notwendig, weil die Leute zu oft krank werden. Allerdings ist gerade bei dieser Berufsgruppe (ausgenommen Ärzte), wie bei so vielen anderen, ebenfalls der Geldbedarf da. Geld kann ja jeder gut gebrauchen und wer keins hat, kann keins ausgeben/abgeben. Ach, was da noch alles dranhängt...

Donnerstag, 30. Juli 2009

Mein Unwort des Monats

Ach ja die Ulla! Da fährt sie nach Alicante ins Rentnerparadies (ca. 300.000 (!!) Deutsche leben da) an der Costa Blanca und dann das, nicht nur, dass ihr Auto geklaut wird, nein, es war nicht mal ihr Auto, sondern der Dienstwagen.
Frau Schmidt hat jedoch nicht nur Urlaub in Alicante gemacht, sie hat auch ein paar Rentner besucht. Was mich zu der Frage veranlasst: Ist ein Politiker jemals wirklich im Urlaub so wie Otto Normalverbraucher?
Ein Arzt hilft ja auch einem Herzanfallpatienten, obwohl Herr Doktor gerade in der Sonnenliege am Ballermann liegt. Jaja, jetzt werden einige sagen, der hat ja auch diesen komischen Hypo-wieauchimmer-Eid geleistet, aber er trägt ja kein Schild um den Hals "Ich bin Arzt". Keiner weiß es, also könnte ihn auch niemand verklagen. Wenn keiner weiß, dass er Arzt ist, könnte er den Patienten auch einfach herzanfallen lassen.
Farin Urlaub (der Blonde von den Ärzten) ist im Urlaub ja auch nicht Jan Ulrich Max Vetter, denn den kennt ja wohl kaum jemand.
Diese Dienstwagen-Affäre füllt nur kurz vor der Wahl das diesjährige Sommerloch.

Mittwoch, 27. Mai 2009

Mein Unwort des Monats

Seit geraumer Zeit geistert immer mal wieder ein Begriff durch Zeitungen und das Universitätsleben. Als Schüler und Student ist man an Bewertungen gewöhnt. Allerdings betrifft dies nur die Leistungen in den verschiedenen Fächern. Die so genannten Kopfnoten (Leistungsbereitschaft, Zuverlässigkeit / Sorgfalt, Selbstständigkeit, Verantwortungsbereitschaft, Konfliktverhalten, Kooperationsfähigkeit) sind (leider) nur eine Randerscheinung.
An der Universität werden diese Kopfnoten überflüssig, da man sich ja in der Erwachsenenbildung befindet. Allerdings wird die so genannte Evaluation bei den Dozenten durchgeführt. Dozenten haben eine ähnliche Funktion wie Lehrer, allerdings haben sie den „Beruf“ nie gelernt, sondern mussten sich in Lehren selbst unterrichten. Diese Evaluation soll die Lehre verbessern, ob dies so geschieht, bleibt noch abzuwarten.
Nun sind ja Hochschuldozenten so eine Art Chef, man hat Respekt und sie können einem das Leben schwer machen ;-) Jedenfalls haben sie Macht über die „kleinen“ Leute.
Sicher haben Chefs in Seminaren gehört, wie man Mitarbeiter führt, was man ihnen mitteilen sollte und was der Mitarbeiter nicht wissen muss/soll. (Wie muss ich mit ihm sprechen, wie kann ich sie motivieren, kann ich eigene Fehler vor den Mitarbeitern zugeben, kenne ich Hobbys meiner Mitarbeiter, wie fördere ich die Stärken meiner Mitarbeiter…) Aber manchmal reicht hören halt nicht aus, manche Chefs können das genauso wenig umsetzen, wie Mitarbeiter ihr Wissen.
Studenten dürfen Dozenten evaluieren, wie wäre es wenn Mitarbeiter ihre Chefs evaluieren? Fühle ich mich als Mitarbeiter motiviert, ist er selbst motiviert, kann sich mein Chef diplomatisch ausdrücken, bleibt er ruhig und gelassen, ist er selbstsicher, hilfsbereit, kritikfähig, einfühlsam, durchsetzungsfähig?

Donnerstag, 16. April 2009

Mein Unwort des Monats

Das fantastische Sommerwetter hat nicht nur mich, sondern auch viele andere an unser städtisches Naherholungsgebiet getrieben. Die Außengastronomiebetriebe waren gut besetzt, aber wer isst und trinkt, MUSS auch mal.

So musste auch ich das Stille Örtchen des Restaurants aufsuchen. Nachdem ich den Zugang gefunden habe, fühlte ich mich in dem Gang etwas verloren, da alle Türen, die ich sah mit hübschen „Privat“-Schildern versehen waren. Ein Blick nach rechts verhieß Rettung. Hinter einer dunklen Holzwand mit ebensolchen Türen versteckte sich die Bedürfnisanstalt.

Beim Eintreten dachte ich schon: ‚man, sooo viele Toiletten’, allerdings war dies ein Trugschluss, denn ein strategisch geschickt gesetzter Spiegel, ließ den Raum geradezu riesig wirken, die zwei Toiletten verwandelten sich in einen langen Gang mit schier endlos vielen Örtchen.

Nicht nur ich ließ mich davon verunsichern, sondern auch eine gut gekleidete Dame, die dies als „irritant“ empfand. Ich fand es ja eher irritierend und schaute zu Hause erstmal nach, ob es das Wort überhaupt gibt. Mein Rechtschreib-DUDEN (24. Auflage) verzeichnet das Wort nicht, auch mein etwas älterer Fremdwörter-DUDEN kennt es nicht. Vielleicht ist es auch aus dem Englischen.

Aber ich wusste ja was sie meinte, vielleicht wollte sie sich auch nur wichtig tun, in unserer Universitätsstadt gibt es schon merkwürdige Leute, die komische Wörter benutzen. (Juhu, ich kenne Fremdwörter!! Oder eher doch nicht?!?) Manchmal mehr Schein als Sein!

Dienstag, 3. März 2009

Mein Unwort des Monats

Mein neues Unwort zurzeit lautet. „systemisch“.
Googlet man es, gelangt man zuerst zu Wikipedia und die dortige Begriffserklärung, aus dem medizinischen Bereich oder aus der Systemtheorie. Als bloßes Adjektiv ist es dort nicht zu finden. Mein DUDEN verzeichnet „systemisch“ auch nur als biologischen bzw. medizinischen Begriff.
Im Moment schmeißen allerdings Politiker, Wissenschaftler und Journalisten wie wild mit diesem Begriff herum. Alles ist systemisch, vielleicht ist es so ein tolles Wort wie Diskurs, das kann man auch immer wieder anwenden, ohne genau zu wissen, was es bedeutet.
Also lasst uns mal systemisch darüber nachdenken, mal sehen wohin uns das führt.