Nun bietet in der schönen Westfalenmetropole ein 4 Sterne-Hotel in seinem zugehörigen Restaurant ein Weihnachtsmenü (wunderschön eingedeutscht!) an:

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Vermutlich ein Englisch-Deutsches-Übersetzungsproblem, denn im Englischen heißt es: „It makes sense“. Auch ein Phänemen, das leider schon länger exisiert (dazu auch lustig: http://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/0,1518,261738,00.html), dadurch aber nicht besser wird, aber bestimmt bald standardsprachlich wird.
Dennoch plädiere ich für „Sinn haben“ oder „sinnvoll sein“, aber manches Plädoyer ist wohl sinnlos, was soll man sich da aufregen, das hat doch keinen Sinn, oder?
Jährlich am 2. Samstag im September findet der „Tag der Deutschen Sprache“ statt. Vom „Verein Deutsche Sprache“ ins Leben gerufen, soll er ein Sprachbewusstsein schaffen und den kritischen Gebrauch von Fremdwörtern fördern.
An dieser Stelle möchte ich jedoch nicht über den unnötigen Gebrauch von einigen Fremdwörtern eingehen, dies macht, ein Wirtschaftswissenschaftler (Gründer vom VDS) und ein Historiker und Romanist (Bastian Sick) zur Genüge. Ich möchte ein wenig auf die Geschichte der Sprachpflege eingehen:
Im Laufe des 17. Jhs. entstehen so genannte Sprachgesellschaften, die sich zur Aufgabe gemacht haben, die deutsche Sprache zu pflegen. Die bekannteste ist wohl die „Fruchtbringende Gesellschaft“ (auch „Palmenorden“ genannt). Mitglieder, wie Andreas Gryphius, machten sich zur Aufgabe das Deutsche als Sprache der Literatur hoffähig zu machen. Der Verzicht von ausländischen Wörtern war ebenso Thema, wie der Versuch deutsche Wörter für Fremdwörter zu finden (Einzahl für Singular, Fall für Kasus, Geschlecht für Genus).
Philipp von Zesen (gest. 1689) war noch erfolgreicher in der Neuprägung von Wörtern: Anschrift (für Adresse), Bücherei (für Bibliothek), Grundstein (für Fundament), Nachruf (für Nekrolog), Mundart (für Dialekt), Glaubensbekenntnis (für Credo). Allerdings meinte er es wohl auch ein wenig zu Gut, als er versuchte, Tageleuchter für Fenster, Jungfernzwinger für Kloster und Gesichtserker für Nase zu etablieren.
Durch die Philosophie erfährt die deutsche Sprache eine weitere Entwicklung, Begriffe wie Beweggrund, Bewusstsein, Aufmerksamkeit, Verständnis und Umfang gehen in die Alltagssprache ein.
Die Fremdwortfrage rückt erst wieder Anfang des 19. Jhs. mit J.H. Campe ins Zentrum, dessen Verdeutschungswörterbuch (1801 und 1807), Begriffe wie Stelldichein (für Rendezvous), Freistaat (für Republik), Zerrbild (für Karikatur), auswerten (für evaluieren), befähigen (für qualifizieren), Erdgeschoss (für Parterre) Ergebnis (für Resultat), Lehrgang (für Kursus), Voraussage (für Prophezeiung) prägt. Allerdings geht er auch ein wenig zu weit mit Begriffen wie Zwangsgläubiger (für Katholik), Freigläubiger (für Protestant) und Menschenschlachter (für Soldat). Selbst der Turnvater Jahn gehörte zu den Anhängern der Sprachpflege, ihm verdanken wir die Begriffe volkstümlich (für populär), Eilbrief (für Estafette, Kurier) und Schriftbild (für Faksimile).
Wird dies jemals dem „Verein Deutsche Sprache“ auch gelingen?
Ich denke, es ist falsch, Fremdwörter grundsätzlich abzulehnen, denn z. B. ein Job ist weder eine Arbeit noch ein Beruf noch eine Gelegenheitsarbeit. Sie sind oft eine gute Ergänzung und warum ein neues Wort „erfinden“, wenn es doch schon eins gibt? Natürlich sollte ein deutsches Unternehmen die deutsche Sprache vertreten, aber glücklicherweise werden manche Chefs äh…Bosse…äh…Vorgesetzte von Fernsprechunternehmen mit Preisen ausgezeichnet.
Sprache ist immer einem Wandel unterzogen, das zeigt die Sprachgeschichte in aller Deutlichkeit. Sprache ist keine Mathematik, sie ist nicht berechenbar und das ist auch gut so!
Übrigens: Im englischsprachigen Raum gibt es für den Begriff „Fremdwort“ gar kein Wort. Die so genannten hard words oder borrowed words werden auch integriert und nicht einfach eleminiert.
(für weitere Informationen: König, Werner: dtv-Atlas Deutsche Sprache)
Gewöhnlich wird sich darüber aufgeregt, was die Mitglieder der so genannten Social Media-Gemeinde an Unnützem, Uninteressantem oder Belanglosem in ihren Status posten, also der Welt mitteilen, was sie gerade tun (einkaufen, „chillen“, arbeiten gehen, fernsehen…)
Interessanter finde ich allerdings, WIE einige es tun.
Bevor der Status erscheint, steht dort immer, wer etwas mitzuteilen hat,
„Susi Sonnenschein“
Nun neigen manche dazu, von sich in der dritten Person zu sprechen, also
„Susi Sonnenschein sitzt gerade auf dem Balkon“
wieder andere schreiben einfach aus der 1. Person:
„Susi Sonnenschein sitze gerade auf dem Balkon“
Ich neige eher zur zweiten Variante, da ich von mir ungern in der dritten Person spreche. Außerdem möchte ICH ja etwas mitteilen und nicht Ich als eine ANDERE Person, das ist so „unpersönlich“. In dem wohl bekanntesten sozialen Netzwerk heißt es auch: "Was machst du gerade?" Antwort: "Ich mache gerade...", oder?
Ich sehe auch eher einen unsichtbaren Doppelpunkt.
„Susi Sonnenschein: sitze gerade auf dem Balkon“.
Der Mensch, seine Würde und sein Wert in der Welt sind zentrale Themen des Humanismus. Das menschliche Bewusstsein ist dabei der Ausgangspunkt und soll weiterentwickelt werden. Die Gesellschaft soll dabei den Fortschritt, die Würde, Freiheit und die Individualität des einzelnen Menschen garantieren. Die Sprache ist dabei das Hauptinstrument. Der Humanismus bildet dabei eine Art ethisch-kulturellen Gegenpol zur Religion, da er übermenschliche Mächte ablehnt. (Jedoch kann man nicht immer von einem Spannungsverhältnis zwischen Religion und Humanismus sprechen: „Nächstenliebe“ wird bereits im Judentum thematisiert.) Mit Ende des Mittelalters bildete die Renaissance den entscheidenden Moment, der die rein menschliche Bildung und Haltung der antiken Werke ins Bewusstsein rückte. Berühmte Namen sind Dante Alighieri („Der Weg zum Ziel beginnt an dem Tag, an dem du die hundertprozentige Verantwortung für dein Tun übernimmst.“) und Francesco Petrarca („Es ist ein großer Unterschied, ob ich etwas weiß, oder ob ich es liebe, ob ich es verstehe, oder ob ich nach ihm strebe.“)
In Deutschland wurde dem Humanismus beginnend mit der kirchlichen Reformation ein Ende bereitet, jedoch entwickelte sich der Neu-Humanismus (ca. 1750), dessen wichtigste Vertreter Wilhelm v. Humboldt („Bilde dich selbst, und dann wirke auf andere durch das, was du bist!“), Johann Gottfried Herder („Denken, was wahr, und fühlen, was schön, und wollen, was gut ist, darin erkennt der Geist das Ziel des vernünftigen Lebens.“), Goethe und Schiller waren. Zu dieser Zeit sprach man noch von „Humanität“ und „Menschlichkeit“, der Begriff „Humanismus“ wurde erst später geprägt.
Der Welthumanistentag ist von der Internationalen Humanistischen und Ethischen Union (IHEU) beschlossen worden. Religionsfreiheit und Trennung von Kirche und Staat sind Ziele der IHEU.
Als Agnostiker möchte ich dazu Ludwig Feuerbach (dt. Philosoph, 1804-1872) sagen lassen:
Seit geraumer Zeit erfreut sich ein Fremdwort großer Beliebtheit. Es geistert durch alle Medien, ob Radio, Fernsehen, Internet oder Zeitung. Ich kann leider nicht definitiv sagen, woran es liegt, aber es liegt definitiv nicht daran, dass es ein neues Wort ist. Gut, das Alter eines Wortes lässt sich schwer erforschen, aber es ist definitiv schon älter. Vielleicht liegt es an der Definition. Allerdings stelle ich definitiv fest, dass „definitiv“ definitiv oft benutzt wird. Egal ist dabei auch die schulische Bildung, ob Hauptschüler, Professor, Gastwirt, Lehrer, Sekretärin, Hartz-IV-Empfänger, jeder hat definitiv was zu sagen. Vielleicht liegt es auch daran, dass das Wort definitiv ultimativ einsetzbar ist, dabei gibt es da doch so schöne Synonyme. Man möge einfach nur mal hier schauen.
Und hier noch etwas aus der Rubrik „Unnützes Wissen“, denn für das Substantiv „Synonym“ gibt es kein Synonym, man kann es lediglich mit einem Adjektiv umschreiben, wie „bedeutungsgleich“.
Mein Deutschlehrer hat früher immer gesagt, man sollte drei Bücher im Regal haben und selbstverständlich auch gelesen: Karl Marx, Karl May und die Bibel. Nun muss ich zugeben, dass ich lediglich Letzteres in meinem Bücherregal habe, aber noch ein paar andere wichtige und auch weniger wichtige Bücher.
Am heutigen „Welttag des Buches“ habe ich mir mal wieder Gedanken gemacht, um DAS Bildungsmedium schlechthin. In Zeiten von E-Books ist das klassische Buch (noch) nicht verdrängt. Genauso wie es „richtige“ Buchläden gibt, obwohl man übers Internet so ziemlich alles bestellen kann, wird es hoffentlich nur eine Randerscheinung oder Ergänzung bleiben.
Denn wo kämen wir denn da hin, wenn der Germanistik-Professor interviewt wird und im Hintergrund ist nicht mehr das gut gefüllte Bücherregal zu finden. Was sollten die Buchhändler denn anstelle der Bücher in die Regale stellen: Kaffee, Gartengeräte, Joggingausrüstung, Bekleidung…?
Wie toll riecht doch ein Buch, wenn es schon alt ist, ein fantastischer Geruch, der eine Geschichte erzählt…Welch Genugtuung, wenn man behaupten kann: „Ja, die habe ich ALLE gelesen!“ Eine gute Freundin hat immer gesagt, dass Bücher wie Trophäen sind, die man sich ins Regal stellt. Und irgendwie so ist es doch auch, egal ob es nun Karl Marx, Karl May oder die Bibel ist.